Jahresbericht 2016

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer!

Wir freuen uns, Ihnen über unsere bekanntenTätigkeitsfelder und auch über neue Aufgaben berichten zu können. Vieles davon ist nur möglich durch Ihre finanzielle Unterstützung. Dafür danken wir Ihnen wieder sehr herzlich. Eine Spendenbescheinigung legen wir dem Bericht bei.

Ambulante Pflege Sigrid Skok

Mitarbeiterteam

Zum Jahresbeginn waren wie schon in früheren Jahren im Bereich der Kranken – und Familienpflege Sigrid Skok zu 100%, Vera Heim zu 75%, Sabine Graf zu 25%, Angelika Brenner zu 50% als Gesundheits- und Krankenpflegerinnen angestellt. Brigitte Löffler hat ab 01.04 bis 31.12.einen befristeten Arbeitsvertrag als Altenpflegehelferin mit einem durchschnittlichen Arbeitsumfang von 35 % erhalten. Elisabeth Koch und Iris Heyerhoff arbeiteten im geringfügigen Beschäftigungsverhältnis. Edda Rex hat zum 01.08. aus Altersgründen aufgehört für uns tätig zu sein, ich bedauere dieses sehr, da doch viele Menschen ihre hilfsbereite, einfühlsame Art sehr geschätzt haben. Ilsabé Zucker übernimmt wie bisher, die Geschäftsführung und die Finanzbuchhaltung. Stundenweise unterstützten uns weitere 27 Helfer/innen, vorwiegend im Bereich der Betreuung und Begleitung von Menschen, sowie in der Familienpflege.

Tätigkeit

Wir erbrachten ca. 1800 Pflegeeinsätze bei 26 Menschen, die über die Pflegeversicherung abgerechnet wurden. Zu 60 Menschen gehen wir mehrmals jährlich, um sie bei der Pflege durch eine Privatperson zu beraten und zu unterstützen. Das waren 116 Beratungsbesuche.

Der Unterstützungsbereich, wenn die Pflegeperson verhindert ist oder privat Unterstützung benötigt entsprach einem Umfang von 436 Stunden bei 9 Personen. Dazu kommen ca. 1600 Betreuungsstunden, die durch die 27 Übungsleiter erbracht wurden.

In den Dorfgemeinschaften Hermannsberg und Lehenhof konnten wir unregelmäßig bei Mitarbeiterengpässen ca. 80 Stunden aushelfen.

Im Bereich der häuslichen Krankenpflege konnten wir ca. 4000 ärztlich verordnete Behandlungspflegen erbringen, z. B. Verbände, Infusionen, Spritzen und Medikamentengaben. Der Patientenkreis umfasste auch hier ca.26 versorgte Patienten.

Im Bereich der Familienpflege halfen wir in 11 Familien mit ca. 1 120 Stunden an 270 Einsatztagen aus.

Vier Menschen aus unserem Kreis betreuter Patienten, sind dieses Jahr zu Hause verstorben und sieben Personen haben zu einer anderen Versorgungsform gewechselt, wie Altenheim, private Pflegeperson oder Pflegedienstwechsel.

Autos

Unser Fuhrpark umfasst weiterhin vier Fahrzeuge.

Qualitätsarbeit

Die Mitarbeiterinnen nahmen an unterschiedlichsten Fortbildungsveranstaltungen teil. Im Sommer kam schon sehr früh, die jährliche Prüfung durch den MDK (medizinischen Dienst), die wir dieses Mal mit einer glatten EINS abschließen konnten. Ich bin immer sehr erleichtert, wenn diese Prüfung gut verläuft und freue mich darüber.

Rückblick / Ausblick

Es war ein sehr gutes Jahr. Alle Mitarbeiter hatten ihrer Vorstellung entsprechend Arbeit, und wir haben im September an 1Tag einen Betriebsausflug in das Emma – Kunz – Zentrum nach Würenlos in die Schweiz gemacht. Es war der letzte richtig heiße Spätsommertag und im Anschluss schwammen wir gemeinsam im Rhein. Wir haben diesen Tag nur genossen. Es ist wunderbar, das wir so ein konstantes und kollegiales Team sind, in dem sich jede auf jede verlassen kann. Brigitte Löffler wird uns ab jetzt im geringfügigen Beschäftigungsverhältnis unterstützen. Es hat sich gezeigt, dass wir bei unserem kleinen Team alle eine dreijährige Ausbildung im Angestelltenverhältnis benötigen, damit jede, jede Arbeit auch am WE übernehmen kann. Durch aktuelle Neuerungen in der Pflege-versicherung und das Umdenken von Pflegebedürftigkeit in Unterstützungsbedarf des Menschen ändern sich die Anfragen an uns. Jetzt wird vermehrt die hauswirtschaftliche Unterstützung, Begleitung und Organisation des Alltags der Menschen angefragt. Für uns bedeutet das, dass wir mehr Zeit bei den Menschen verbringen werden und für die Familienpflege weniger Mitarbeiterkapazitäten haben.

Veranstaltungen Emily Feuchtinger

Im Laufe des Jahres 2016 gab es wieder eine Reihe von medizinisch – therapeutischen Veranstaltungen zu den Themen: Kinderkrankheiten und Impfungen, Heilpflanzen, Patientenverfügung, Krankheit und Schicksal, Umgang mit dem kranken Kind, die abwechselnd von Andreas Zucker und Tilman Feuchtinger gestaltet wurden. Einmal in der Woche tönte plötzlich Tanzmusik aus dem Weildorfer Saal –dort gab es einen Tanzkurs mit Jan Degryse.

Unser Herbstprogramm eröffnete wieder mit dem Kolloquium zur Sprache in der Poesie, das wir nun schon seit vielen Jahren zusammen mit der Sektion für schöne Wissenschaften in Dornach gestalten. Von Freitag bis Sonntag fand dort eine rege Arbeit zum Werk und Umkreis Stefan Georges statt, angeregt durch die Tatsache, dass wir Frau Dr. Ute Oelmann in unserem Arbeitskreis haben, die das Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek weitgehend aufgebaut und seit über dreißig Jahren geleitet hat.

Zwei schöne Konzerte, im Oktober mit dem „Gémeaux – Quartett“ und am vierten Advent zum ersten Mal mit dem feurigen „Monte Piano Trio“ beschlossen unser Veranstaltungsprogramm.

Allen Teilnehmern und Helfern einen herzlichen Dank!

Stiftung Liane Collot d´Herbois Andreas Zucker

Am 10. Januar begann das Jahr 2016 mit der feierlichen Eröffnung der Galerie Collot d‘ Herbois in Überlingen, Burgbergring 1. Hier stehen uns jetzt zusätzlich zu unserem Saal in Weildorf schöne, großzügig gestaltete Räume für Ausstellungen, Fortbildungen, Maltherapiekurse und vieles andere zur Verfügung. Eine wunderbare Bereicherung unserer Möglichkeiten, für die wir sehr dankbar sind!

Peter Selg, der zur Eröffnung nicht da sein konnte, hielt dort nachträglich einen Vortrag über die Lebensbegegnung von Liane Collot d’Herbois und Ita Wegman.

Mit regelmäßigen Öffnungzeiten Mittwochabends 20 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat von 15 – 18 Uhr. Bei Anfragen vereinbaren wir etwas für Extraführungen an anderen Tagen. Insgesamt konnten wir seit der Eröffnung ca. 1500 Besucher durch die Galerie führen. Besonders schön ist es, wenn wir mittwochs auch 1-2 Stunden betrachtend vor einem Bild verweilen können und jeder beiträgt, was er sieht. Es tauchen immer neue Eindrücke auf. Zudem fanden im vergangenen Jahr zwei Kurse über gewaltfreie Kommunikation in der Galerie statt, bei denen die Bilder sehr inspirierend auf die Teilnehmer wirkten. Auch zwei Zeichen- und Malkurse wurden von Arlene Möller angeboten.

Inzwischen haben 8 neue Bilder den Weg zu uns gefunden.

Zusammenarbeit mit dem Heggelbachhof Ulrike Schmid

Am 26. Juni luden Mercurials e.V. und die Hofgemeinschaft zu einem Sonntagsfrühstück ein. Um 8 Uhr morgens starteten wir eine Kräuterwanderung mit der Wildkräuterexpertin Barbara Beck aus Billafingen. Mit vielen Besuchern staunten wir wieder, was es direkt vor unserer Haustüre für zahlreiche, wohlschmeckende und heilsame Kräuter und Samen zum Essen gab. Die reichhaltige Ausbeute wurde dann in unserer Küche gemeinsam zu verschiedenen Delikatessen verarbeitet und zusammen mit weiteren Hofprodukten anschließend beim Frühstück verspeist.

Am 18. September feierten wir dann zusammen die Eröffnung unseres neuen Forschungsprojektes der „Doppelnutzung von Photovoltaik und Landwirtschaft auf dem selben Acker“.

Gleichzeitig war es für die Hofgemeinschaft die Feier zum 30 jährigen Bestehen der Hofgemeinschaft. Trotz des wirklich schlechten Wetters waren viele Besucher aus nah und fern angereist, und alle Führungen und Vorträge waren bis zum Ende des Tages gut besucht.

Am 8. Oktober konnten wir dann bei besserem Wetter unsere Präparate herstellen. Nach einem einführenden Beitrag von Andreas Zucker über die landwirtschaftliche Individualität in Verbindung mit der Bedeutung der Hörner für die Kühe kam es zu einem lebhaften Austausch im Gespräch.

2 Tage zuvor, waren ca. 20 Menschen zu Gast, um von Alex Podolinski einem Pionier der Präprate – Arbeit aus Australien, einen Aspekt der Präparate- und Bodenqualität zu erfahren.

Seit diesem Jahr nehmen wir auch an einer Bodenfruchtbarkeitsstudie der Trigonstiftung teil.

Durch alle diese verschiedenen Aktionen, ist die Anzahl an Führungen, die über das ganze Jahr verteilt angefragt werden, stark gestiegen.

Kontinuierlich hat sich die Zahl der Lehrstellen in Heggelbach erhöht. Neben 5 jungen Menschen in der Landwirtschaft wird seit diesem Jahr eine Frau in Käserei- und ländlicher Hauswirtschaft ausgebildet. Auch Kinder und Jugendliche hatten dieses Jahr wieder ihren festen Platz im Hofgeschehen. Johannifeuer, Apfel- oder Gemüseernte im Herbst begeisterten vor allem die kleineren Gäste. Für die 14 Jugendlichen, die im Rahmen ihres 3-4 wöchigen Waldorfschulpraktikums intensiv in den Alltag eines landwirtschaftlichen Betriebes eintauchen dürfen, stellt diese Aufgabe oft eine große Herausforderung dar. Die erste Woche fern von Familie, Freunden und Bekanntem ist oft schwierig, aber am Ende sind die meisten begeistert und stolz, auf ihre vollbrachten Leistungen.Wir sind es dann meistens auch.

Auch die Streuobstwiesen rund um den Hof wurden dieses Jahr wieder mit weiteren jungen Obstbäumen ergänzt. Dank unseres Holzvergaser – BHKW´s werden auch die Hecken in unserer Gemarkung regelmäßig geschnitten, da wir das Schnittgut darin gut verwerten können.

Ärztearbeit anthroposophische Medizin Andreas Zucker

15 bis 20 Ärzte und Therapeuten treffen sich fast jeden Donnerstagvormittag zur gemeinsamen Erarbeitung von Grundlagen anthroposophischer Therapie. Zurzeit beginnen wir mit einer Heileuryrthmie Übungsstunde mit Marc Szulmirski und arbeiten im Anschluss an der „Okkulten Physiologie“ v. R. Steiner. Drei- bis Viermal pro Jahr treffen wir uns mit den Ärzten und Therapeuten aus St. Gallen und Kreuzlingen zum überregionalen Austausch.

Höllwangen Johanna Heitmann

Mitte letzten Jahres wurde die „Hof Höllwangen Stiftung“ in treuhänderischer Verwaltung des Mercurialis e.V. gegründet. Die Hof Höllwangen eG ist seitdem Pächter der „Hof Höllwangen Stiftung“ und damit letztlich des Mercurialis e.V. Die Hof Höllwangen eG berichtet:

Wir sind die Pächter der Hofstelle und Fläche von ca. 20 ha, die der Stiftung Höllwangen gehört. Insgesamt treiben wir als Genossenschaft 145 ha, als biologisch-dynamischer Gemischtbetrieb, um. Im Sommer feierten wir unser großes Hoffest zur Hof- und Landübergabe mit zahlreichen Hofführungen, Informationsständen und Vorträgen. Wir danken Klaus Niedermann, in dessen Familie dieser Hof über Generationen geführt wurde, für das Vertrauen. Seine Motivation war, das Anwesen Hof Höllwangen in die Verantwortung vieler Hände zu geben und dadurch Zukunft zu ermöglichen.

Im Lauf des Jahres 2016 waren bei uns 3 Förderschulklassen während ihrer Landschulheimtage bei uns untergebracht. Sie konnten aktiv am Hofleben und der Arbeit auf dem Hof teilhaben und durch eine intensive Betreuung von unserer Seite gut ins Erleben kommen. Seit September begleiten wir eine Sonderschulklasse aus Singen, die einmal im Monat einen Bauernhoftag in ihre Schulwoche integriert hat. Während der Schulferienzeiten ist unser Kindervormittagsprogramm „Vom Acker zum Teller“ wieder sehr gut besucht gewesen. Dieses Programm bringt nicht nur die Jüngsten aus der Stadt näher an das Land. Seit einigen Jahren arbeitet einmal wöchentlich eine kleine Forschungsgruppe am Thema “Eurythmie am Acker“ auf unseren Flächen. 2 Mal monatlich trifft sich eine Bildekräftegruppe, die forschend an der Wahrnehmung im feinstofflichen Bereich arbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem Keyserlinck – Institut für biologisch-dynamische Getreidezüchtung in Salem am Bodensee lief auch 2016 weiter: wir stellen Flächen für die Zucht bereit und vermehren Getreidesorten, die aus dem Institut hervorgegangen sind und vermarkten diese an Kollegen. Zudem züchten wir eigene Hofgetreidesorten. Die Beobachtung wachsender Hybridpflanzen im Vergleich zu samenfesten Sorten gleicher Art im Feldgemüse ist eine in den normalen Arbeitsalltag integrierte Forschungstätigkeit. Im Herbst fand eine gemeinsame Veranstaltung von Bodan(Naturkostgroßhandel in Überlingen), „wirundjetzt“ und uns zum Thema “Kartoffelanbau in unserer Region 2016“ statt, zu der gezielt auch Naturkostladenbesitzer eingeladen wurden. Die Resonanz hierzu war durchweg positiv: Auch hier konnte der Austausch zwischen Stadt und Land angeregt werden. In diese Zeit fällt auch unser alljährlicher Präparatetag, der 2016 eingebettet in ein Erntedankfest war. Von April bis Oktober betreuten wir 12 Waldorfschüler während ihres Landwirtschaftspraktikums der 9. Klassen von 7 Waldorfschulen bei uns auf dem Hof.“

Salem, 15. März 2017